Leitfaden · Preisbildung
Wie sich Straßengüterpreise bilden: was tatsächlich in einem Frachtangebot steckt
Ein Frachtangebot sieht aus wie eine einzige Zahl, besteht aber aus einer Handvoll klar benennbarer Zutaten. Wer sie kennt, kann seine Kosten vorhersagen, Angebote fair vergleichen und sehen, wo sich sparen lässt. Hier steht, was tatsächlich in einen Straßengüterpreis ab Spanien eingeht.
8 Min. Lesezeit
Die zwei Größen, die den Grundpreis setzen: Fläche und Gewicht
Lademeter (LDM)
Teilladungen werden vor allem nach der belegten Ladefläche bepreist, gemessen in Lademetern. Ein Lademeter ist ein Meter Aufliegerlänge über die volle Breite von 2,4 m; ein Standard-Planenauflieger hat rund 13,6 LDM. Eine längs gestellte Europalette belegt etwa 0,4 LDM. Je mehr Meter Ihre Ladung beansprucht, desto mehr Lkw bezahlen Sie.
Unser Rechner für Paletten, Kubikmeter und Lademeter macht aus Ihren Palettenmaßen den LDM-Wert, damit Sie das vor der Buchung sehen.
Frachtpflichtiges Gewicht
Frachtführer rechnen nach dem höheren Wert aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht ab, damit leichte, sperrige Ware nicht beinahe umsonst fährt. Im europäischen Straßengüterverkehr gilt üblicherweise 1 Kubikmeter = 333 kg. Übersteigt das Volumengewicht das Waagegewicht, bestimmt der Volumenwert den Preis. Der Rechner für das frachtpflichtige Gewicht zeigt, welcher Wert für Ihre Ladung gilt.
Die Relation
Entfernung, Richtung und die Auslastung einer Relation bewegen den Preis. Dichte Verbindungen mit starkem Verkehr in beide Richtungen (Spanien–Frankreich, Spanien–Deutschland) kosten je Lademeter weniger als lange oder dünne Verbindungen (Spanien–Schweden, Spanien–Luxemburg), weil der Lkw mit höherer Wahrscheinlichkeit in beide Richtungen voll läuft. Planmäßige Sammelgutrelationen sind für eine Teilladung in der Regel günstiger als ein eigens gestellter Lkw.
Der Dieselzuschlag
Auf den Grundpreis kommt ein Dieselzuschlag, der den Kraftstoff gegen einen amtlichen Index verfolgt. Er kann positiv oder negativ sein, je nachdem, wie sich der Diesel seit der Preisvereinbarung bewegt hat. Es ist ein echter, prüfbarer Kostenbestandteil — kein Aufschlag —, und ein transparentes Angebot weist ihn als eigene Zeile aus. Unser Leitfaden zum Dieselzuschlag und der zugehörige Rechner erklären die Berechnung im Detail.
Zoll auf Drittlandsrelationen
Innerhalb der EU entstehen keine Zollkosten. Für das Vereinigte Königreich und die Schweiz braucht jede Partie eine Ausfuhr- und eine Einfuhranmeldung, eingereicht von zugelassenen Zollagenten im Bestimmungsland, dazu etwaige Abgaben oder Einfuhrumsatzsteuer, die der Einführer trägt. Bei Sammelgutsendungen fällt das je Partie an, weshalb sehr kleine Sendungen ins Vereinigte Königreich oder in die Schweiz innerhalb eines zollbetreuten Sammelgutverkehrs manchmal besser abschneiden. Das ganze Bild steht in den Zollleitfäden.
Zusatzleistungen und Nebenkosten
Je nach Ladung können einige Zusatzleistungen anfallen: die Handhabung von Gefahrgut (ADR), eine Ladebordwand oder manuelle Handhabung an Standorten ohne Rampe, Zustellungen zu einem festen Termin oder mit gebuchtem Zeitfenster sowie Wartezeit. Nichts davon ist versteckt, wenn Sie die Anforderungen bei der Anfrage nennen — sagen Sie dem Disponenten, was die Be- und Entladestellen brauchen, dann stimmt das Angebot beim ersten Mal.
Sammelgut oder Komplettladung: was günstiger ist
Unterhalb von etwa einem halben Auflieger gewinnt Sammelgut fast immer, weil Sie nur den genutzten Raum bezahlen. Oberhalb von rund 15 bis 17 Paletten (oder 12 Tonnen) kostet eine Komplettladung je Palette meist weniger und spart den Umschlagschritt. In der Grauzone von 10 bis 15 Paletten hängt es an der Relation und an Ihrem Lieferfenster — fordern Sie beide Angebote an. Die vollständige Entscheidungsmatrix steht in unserem Leitfaden dazu.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Sechs Europaletten, 1,8 m hoch, je 200 kg, Spanien nach Deutschland. Das sind rund 2,4 LDM und 1.200 kg tatsächliches Gewicht; das Volumengewicht liegt deutlich darunter, die Ladung wird also nach Lademetern bepreist. Der Grundpreis bildet 2,4 LDM auf einer dichten Relation ab, der Dieselzuschlag kommt obendrauf, Zoll fällt innergemeinschaftlich keiner an und Zusatzleistungen gibt es keine. Rechnen Sie es im Kostenschätzer für einen Richtwert durch und fordern Sie dann über das Formular einen verbindlichen Preis an.
So senken Sie Ihre Frachtkosten
Bündeln Sie Aufträge, damit aus einer Teilladung eine effiziente Sammelgutbuchung wird statt mehrerer Kleinstsendungen. Stapeln Sie, wo die Ware es zulässt (der Rechner halbiert die Lademeter für stapelbare Paletten). Bleiben Sie beim Wochentag flexibel — Abholungen unter der Woche laufen oft zügiger als am Freitag. Und geben Sie vollständige Angaben von Anfang an, damit das Angebot nicht wegen einer überraschenden Ladebordwand oder ADR-Klasse bei der Abholung neu gerechnet werden muss.
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